U-581: deutsches U-Boot Wrack von 1942 gefunden!

 

Die Rebikoff-Niggeler Stiftung hat vor der Azoreninsel Pico ein vor 75 Jahren gesunkenes U-Boot der deutschen Kriegsmarine in fast 900 Metern Tiefe entdeckt und hochaufgelöstes Video-Material des Wracks erstellt.

Das Wrack wurde von Kaltwasser-Korallen besiedelt und hat sich in ein künstliches Tiefsee-Riff verwandelt. Genau 75 Jahre nach diesen Ereignissen stellt das Wrack deshalb einen für die Erforschung der Tiefsee einmaligen Fund dar. Die hochauflösenden Videoaufnahmen, die das Team des Forschungs-U--Bootes LULA1000 durch die PLEXIGLAS®-Kuppel machen kann, liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie und unter welchen Bedingungen sich  Korallenriffs in der Tiefsee entwickeln.

Geschichte der Versenkung: Das deutsche U-Boot U- 581 lief in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 1942 in den Hafen von Horta ein um diesen nach Zielen auszuspähen. U-581 sollte gemeinsam mit einem weiteren deutschen U-Boot den britischen Truppentransporter versenken, der bereits beschädigt war und in dieser Nacht den Hafen von Horta verlassen musste.

 

Die Suche geschah mit Genehmigung der portugiesischen Behörden jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab Frühjahr 2016. Vorher war der Begleitkatamaran mit aufwändiger Technik, wie etwa Multibeamsonar für die Erstellung von 3D-Karten des Meeresbodens und einem Schleppsonar mit 2200 Metern Kabel ausgestattet worden, welches hochauflösende akustische Aufnahmen des Meeresbodens bis 1000 Meter Tiefe macht. 

Gefunden wurde das Wrack im September 2016. Neben dem historischen Aspekt stellt dieses Wrack für Meeresbiologen ein einmalige wissenschaftliche Gelegenheit dar. Bisher ist relativ unklar, wie schnell und unter welchen Bedingungen in der Tiefsee Kaltwasserkorallenriffe wachsen. Da das Untergangsdatum von U-581 genau bekannt ist, ist die Bildung des Ökosystems auf dem Wrack datierbar. Einige der Korallenarten in der Tiefsee können mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend Jahre alt werden, eine genaue Altersbestimmung ist schwierig. Jedoch alles, was auf U-581 lebte, muss jünger als 75 Jahre sein und könnte ein neuer Maßstab in der Forschung sein.

Das Wrack ist stark von Korallen bewachsen

Die Entdecker: Kirsten und Joachim Jakobsen

Kirsten-and-Joachim-Jakobsen
Turm
Heck

Doch U-581 wurde vom britischen Zerstörer Westcott entdeckt, der sofort die Verfolgung aufnahm. Im Südwesten der Insel Pico tauchte U-581, der Zerstörer warf Wasserbomben von denen eine das Heck von U-581 traf, ein Wassereinbruch war die Folge. Der Kommandant gab den Befehl zum Auftauchen und lies an der Wasseroberfläche die Ventile öffnen um es zu versenken, damit es nicht dem Feind in die Hände fiel. Durch ein Verständigungsproblem auf der Westcott wurde noch eine Wasserbombe geworfen, was vier deutschen Soldaten, die im Wasser waren, das Leben kostete. 41 Mannschaftsmitglieder kamen in britische Gefangenschaft, einer schwamm jedoch rund fünf Stunden an Land. Alle 42 überlebten den Krieg.

Kirsten und Joachim Jakobsen, die hinter der von der Rebikoff-Niggeler-Stiftung betriebenen LULA1000 stehen, kannten diese Berichte. Vor einigen Jahren begannen sie mit eigenen Recherchen zu U-581. Sie sprachen mit Zeitzeugen, studierten die Aufzeichnungen und konnten so ein Areal definieren, in dem das Wrack zu finden sein musste.

Die Arbeit ist für die Stiftung noch lange nicht abgeschlossen. Mittels moderner Lichttechnik sollen nun weitere hochaufgelöste Aufnahmen gemacht werden. Aus diesen soll ein virtuelles 3-D-Modell des ursprünglich rund 70 Meter langen Schiffes erstellt werden, das heute in zwei Teile zerbrochen ist. Geplant ist zudem eine Fernseh-Dokumentation über die Geschichte und den wissenschaftlichen Wert des gesunkenen deutschen Kriegsschiffes.

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